Dem Frischkäse auf der Spur

Der Duft einer frisch gemähten Wiese empfing die Besucher der Hofkäserei von Martin Rausch in Triglas vergangenen Samstag. Diese war eine von den insgesamt 32 Betrieben in Österreich, die ihr Tor öffnete und einen Einblick in den bäuerlichen Alltag gewährte. Die Aktion „Open Bauernhof“ wurde von vielen interessierten Gästen angenommen, die höchstpersönlich vom Betriebsinhaber Martin Rausch in traditioneller Tracht begrüßt worden sind.

Seit 1870 gibt es den Milchviehbetrieb im nördlichen Waldviertel, den der junge Landwirt bereits in der sechsten Generation betreibt.

Vor fünf Jahren hatte alles damit begonnen, dass Martin Rausch einen Kurs im LMTZ Wieselburg besucht hatte und daraufhin sein Eifer, seine Milch selbst zu verarbeiten und eigene Produkte herzustellen, geweckt wurde. Der Erfolg wurde ihm nicht in die Wiege gelegt, denn erst nach einigen Versuchen und viel Geduld entstanden erste Produkte, welche seine Frau Claudia gut vermarktete. Dass sein Käse etwas Besonderes war, zeigte sich daran, dass er von den Leuten sehr gut angenommen wurde und auch immer noch wird. Im Jahr 2016 reichte er erstmals seinen Frischkäse „Gute Laune“ in Wieselburg ein und gewann überraschend das „Kasermandl“ in Gold. Diese Auszeichnung besagt, dass er den besten Frischkäse in ganz Österreich erzeugt hatte. „Diesen Preis nach Triglas geholt zu haben macht mich besonders stolz, da es sonst meist die Tiroler oder Vorarlberger sind, die die Nase vorn haben“, freute sich Martin Rausch. Doch das war noch lange nicht alles. Er war der Gewinner der Genusskrone 2016 in der Kategorie „Frischkäse aus Kuhmilch“ mit seinem Kräuterfrischkäse „Gute Laune“ und wurde mit dem Direktvermarkterpreis „Goldene Ähre 2016“ ausgezeichnet.

Besonders aufmerksam lauschten die Besucher den Worten des Betriebsinhabers, als er ihnen den Weg von der Milch zum Käse schilderte. Die Herstellung seiner einzigartigen Produkte beginnt mit der Pasteurisierung der Milch im Käsekessel. Nun ist die Milch vorbereitet für die weiteren Arbeitsschritte und kann mit Milchsäurebakterien angesäuert werden. Nach einer gewissen Zeit wird Lab hinzugefügt und etwas später schneidet Martin Rausch den Käse mit der Harfe. „Ich lege großen Wert auf die Qualität unserer Produkte, denn nur so kann ich meinen Kunden das Beste vom Besten anbieten“, erzählt Martin Rausch stolz. Derzeit kann er auf die Unterstützung seiner Familie zählen, doch da die Nachfrage nach seinen Produkten laufend steigt, wird ab Sommer erstmals ein Mitarbeiter in der Produktion tätig sein. Von Frisch-, Schnitt- und Weichkäse, wird in der Hofkäserei auch Sauermilch, Joghurt, Topfencreme, Liptauer und Topfenkäse hergestellt. Die Besucher konnten all diese Produkte verkosten und ein Geschmackserlebnis nach dem anderen erleben.

Die Frischkäsespezialitäten des Hofes werden selbstverständlich aus eigener Milch und mit erlesenen Kräutern und Gewürzen erzeugt. Durch die sorgfältige Verarbeitung der Milch entstehen Woche für Woche traditionelle und innovative Produkte für Genießer. Da Martin Rausch viel Wert auf Regionalität legt, werden die Produkte hauptsächlich im eigenen Hofladen und im Bäuerinnenladen in Dobersberg verkauft, um lange Fahrtstrecken zu vermeiden und der Umwelt etwas zurückzugeben.

Der Blick hinter die Kulissen war nicht nur spannend, sondern hilft auch Wissen, Verständnis und Wertschätzung gegenüber unseren Landwirten zu erhöhen. Von Hof- und Stallführungen über einen Blick in die eigene Käserei bis hin zu einer Verkostung der Milchprodukte war für jeden Besucher etwas dabei. Auch die Kinder kamen nicht zu kurz und konnten sich beim Dosenwerfen oder an einer „Melkstation“ vergnügen.

Läuft Ihnen auch schon das Wasser im Mund zusammen? Die Produkte können Sie ganz einfach im eigenen Hofladen jeden zweiten Samstag erweben!